Du hast eine Aufgabe zu erfüllen. 

Du magst tun was du willst, magst hunderte von Plänen verwirklichen, magst ohne Unterbrechung tätig sein- 

wenn du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst, wird alle deine Zeit vergeudet sein.

RUMI



Aktuelle Kurse in Graz Andritz


September bis Dezember 2022

Einstieg jederzeit möglich

Ziegelstrasse 6, 8045 Graz

Montags 8.30 -9.45  noch Platz
Mittwochs 19.15- 20.30 ausgebucht
Freitags 16.30 -17.45  noch 1 Platz frei

KOMMEND

September

  • 12.9. Kursbeginn in Andritz 
  • MO, MI, FR,

Oktober:

  • 30.9.- 9.10.2022 Fastenwoche (noch 2 Plätze)

November:

  • 4.11.-6.11.2022 Retreat De LUXE 
  • 18.11.2022 Ein Tag mit Yoga, Haus d. Frauen (St.Johann bei Herberstein) 


VORSCHAU 2023: 

Yoga am Meer September 2023
Yoga am See: Mai 2023 (Feiertagswochenende!)

Die fünfte Jahreszeit

Kurt Tucholsky

Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernst in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es- wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist un der frühe Herbst noch nicht angefangen hat_: dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andren Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust: Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist- nun ist es vorüber. Nun sind da noch die Blätter und die Gräser und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts. Wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.
Mücken spielen im schwarz- goldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen. Kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben- es ruht.
So vier, so acht Tage- Und dann geht etwas vor.
Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt, es ist nicht windig, es hat sich eigentlich gar nichts geändert- und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft- es ist etwas geschehen. So lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt, na.. na.. und nun ist er auf die andere Seite gefallen. noch ist alles wie gestern: die Blätter, die Bäume, die Sträucher.. aber nun ist alles anders. das Licht ist hell, Spinnfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen- nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sentimental werden- es ist nicht der Johannestrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.
Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.